VORTRAG, LESUNG UND GESPRäCH MIT ALI ABDOLLAHI UND KURT SCHARF
Persische Lyrik: Eine Literatur des Widerstandes
Donnerstag, 1. Oktober, 19:00 Uhr, Martin-Niemöller-Haus
Persische Lyrik hat eine über tausendjährige Geschichte, und sie ist von Beginn an eine Literatur des Widerstandes.
Mit der Schlacht von Nihavand im Jahre 642 n. Chr. ging das iranische Reich unter, und die arabischen Eroberer verboten den Gebrauch des Persischen als öffentliche Sprache. Erst über zweihundert Jahre später wagte es ein lokaler Herrscher in Nordostiran, das Persische als Hofsprache zu benutzen. Rudaki (858-940/1) schloss sich ihm an, dichtete entgegen dem Gebot des Kalifen in dieser Sprache und wurde damit zum „Vater der neupersischen Lyrik“.
Fast gleichzeitig meldete sich eine Frau zu Wort: Rabi’a aus Balch im heutigen Afghanistan. Sie widersetzte sie sich dem Kalifen und der herrschenden von den Taliban wiederbelebten (übrigens auch im Programm der AfD gepredigten) Moral, wonach Frauen in der Öffentlichkeit nichts zu suchen haben. Der Dichter Omar Chayyam (1048-1131) wagt es, agnostische Verse zu schreiben, ein lebensgefährliches Risiko.
Diese Geschichte persischer Lyrik als Widerstand setzt sich bis in die jüngste Vergangenheit und die Gegenwart fort.
Ali Abdollahi, ehemaliges Vorstandsmitglied des (verbotenen) iranischen Schriftstellerverbandes, wird Verse auf Persisch rezitieren und eigene Gedichte in beiden Sprachen vortragen.
Eine Veranstaltung im Rahmen der Interkulturellen Woche.
Zu der Veranstaltung laden der Martin-Niemöller-Haus Berlin-Dahlem e.V. und das Martin-Niemöller-Haus der Ev. Kirchengemeinde Berlin-Dahlem herzlich ein.